Deutsches Rotes Kreuz
Was ist der plötzliche Herztod?
 
Der plötzliche Herztod wird durch Herzrasen (Kammerflimmern) verursacht. Dabei arbeitet die Muskelatur des Herzens so unkoordiniert, dass sich die einzelnen Herzmuskelfasern so ungleichmäßig zusammenziehen. Der Herzmuskel „flimmert“. Dadurch wird kein Blut mehr durch die Gefäße gepumpt und der Kreislauf steht still. Während eines Kammerflimmerns ist keine erfolgreiche Reanimation möglich, es kann jedoch mit Hilfe eines Elektroschocks gestoppt werden: Der Herzschlag geht in vielen Fällen wieder in einen normalen Rhythmus über oder kann mit konventionellen Maßnahmen der Herz-Lungen-Wieder-Belebung wieder hergestellt werden. Unbehandelt führt das plötzliche Herzversagen spätestens nach zehn Minuten zum Tod.  Die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Notfallpatienten  sinkt  also mit jeder Minute nach Eintritt des Kammerflimmerns um 10%, wenn keine Wiederbelebungs- maßnahmen eingeleitet werden. Bereits nach fünf Minuten treten die ersten irreparablen Hirnschäden auf.
 
Kammerflimmern Statistik
 
Jährlich sterben mehr als 130.000 Mitbürger in Deutschland am plötzlichen Herztod. Obwohl meist vermeidbar, ist der plötzliche Herztod die häufigste Todesursache in der Bundesrepublik. Dies ist eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit.  Nach einem plötzlichen Herzversagen beginnen bereits nach fünf Minuten die ersten irreparablen Hirnschäden.

Zum schadensfreien Überleben bleibt nur ein Zeitfenster von drei bis fünf Minuten!!!

Die Hilfe innerhalb dieses Zeitfensters ist in Oberkessach weder vom Notarzt noch vom Rettungsdienst zu erreichen!

Diese 3 – 5 Minuten sind eine sehr kurze Zeit:
wenn man überlegen muss, was los sein könnte
wenn man erst nachlesen muss, was zu tun ist
wenn man entscheiden muss, wer zu rufen ist.

Die selben 3 – 5 Minuten reichen aber durchaus, um einen Menschen das Leben zu retten, das sonst mit Sicherheit verloren wäre:
wenn man sofort an einen Herz-Kreislaufstillstand denkt
wenn man weiß, was zu tun ist und den Notruf abgibt
wenn man die Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrscht und sofort anwendet
und  Diese schnellstmöglich durch "Helfer vor Ort" mit einem AED unterstützt werden kann!

Nur 2 bis 5% der Betroffenen überleben die Attacke. In den USA konnte durch das Einbinden der AED diese Rate bisher auf bis zu 50% erhöht werden.  Bei der Behandlung von Kammerflimmern zählt nicht die medizinische Perfektion, sondern die schnellstmögliche Hilfe!

 
  AED - Automatischer Externer Defibrilator
 
Ein AED-Frühdefibrillator ist ein leichtes, handliches batteriebetriebenes Gerät, das nach dem Einschalten alle notwendigen Tätigkeiten akustisch klar und unmissverständlich vorgibt. Das Anbringen der Elektroden ist genau bezeichnet. Der Herzrhythmus wird automatisch analysiert. Auch danach gibt das Gerät alles genau und detailliert vor, was der Bediener zu tun hat und das Gerät erklärt, was es selbst tut. 
Falls ein lebensgefährliches Herzkammerflimmern  vorliegt, fordert das Gerät zur Defibrillation per Tastendruck auf. Es gibt auch alle notwenigen Hinweise, z.B. dass man den Patienten nicht berühren darf, wenn der Stromstoß ausgelöst wird. Falls kein Herzkammerflimmern vorliegt, ist es nicht möglich einen Stromstoß abzugeben.
 
Automatischer Externer Defibrilator
 
Beim DRK dürfen alle Sanitätshelfer mit Fachdienstausbildung und einer zusätzlichen Schulung in Frühdefibrillation die Geräte einsetzen. Diese Voraussetzungen sind notwendig, um die begleitenden Hilfsmaßnahmen sicher stellen zu können. Denn ganz nimmt der AED die Arbeit dem Helfer nicht ab: Herzmassage und Beatmung ist nach wie vor Sache des Ersthelfers und Sanitäters. 

Die Ausbildungen beim  DRK Ortsverein Oberkessach im Rahmen des  Projekts „Helfer vor Ort“ sind abgeschlossen und werden jährlich wiederholt.

 
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